SCHØN-Konferenz

Anna Philipp im Vortrag über Schönheit in der Architektur...

"SCHØNHEIT IST WIE EIN ORT DEN MAN NICHT VERLASSEN MÖCHTE "
Anna Philipp

Schönheit in Worte zu fassen, zu ergreifen oder gar zu definieren erscheint mir ganz und gar unmöglich. Ich kann nur versuchen mein subjektives Empfinden zu umschreiben. Für mich persönlich gibt es diese kostbaren Momente, wenn ich von Schönheit überrascht und in meinem Innersten berührt werde. Es sind überwältigende Augenblicke, die mir oft die Worte und die Luft zum Atmen rauben. Aufgrund meiner Profession als Architektin sind es meist Räume, die im Zusammenspiel mit Licht, Musik oder Kunst, diese innerste Berührung durch wahre Schönheit bewirken. Es fühlt sich dann an, als ob die Zeit stehen bleibt, wie eine zarte Berührung aus der Ewigkeit. Zeit und Raum verlieren an diesem Ort der Schönheit ihre Bedeutung. Im Faust’schen Sinne sehne ich mich danach in der Gegenwart dieser Schönheit zu verweilen; einfach zu sein. Eine dieser tiefen und unvergesslichen Begegnungen mit der Schönheit hatte ich als ich zum ersten Mal die von John Pawson renovierte St Moritzkirche in Augsburg betrat. Gleichfalls überwältigend war für mich das kürzliche Eintauchen in einen von Jamess Turrell gestalteten Lichtraum, welcher sich in Unendlichkeit aufzulösen schien. In diesen Momenten steigt in mir die tiefe Sehnsucht auf mich in dieser Schönheit zu verlieren, mich in ihr aufzulösen. Diese Augenblicke für andere nachvollziehbar in Worte zu fassen erscheint mir so unendlich schwer. Wie gerne würde ich sie an der Hand nehmen und mit ihnen gemeinsam die Schönheit betreten. Ich kann nur noch einmal betonen, dass ich eigentlich für immer an diesem Ort der Schönheit bleiben möchte. Fragmente, die mein Erleben beschreiben sind: Wahre Schönheit- tiefste Berührung- verändernde Kraft- Ort der Unendlichkeit. C.S Lewis, ein Meister des Wortes, beschreibt es vortrefflich: “We do not want merely to see beauty. We want to be united with the beauty. To pass into it, to become part of it.”