Wie wird Architektur erlebt, wie bleibt sie in Erinnerung, und wodurch entsteht ihre emotionale Wirkung? Den atmosphärischen Auftakt des Vortrags für die Architekturstudierenden im Modul „Entwurfstheorie 2“ bildete der Film „An Oasis in the City“. Er eröffnete nicht nur den Zugang zu einem konkreten Projekt, sondern führte zugleich in ein übergeordnetes Thema ein: die Wahrnehmung von Raum.
Anna Philipp und ihr Team verstehen Architektur als ein Zusammenspiel aus Intuition, Präzision und kontinuierlicher Auseinandersetzung. Im Mittelpunkt steht dabei eine besondere Sensibilität für Material, Licht und räumliche Sequenzen, die den Entwurfsprozess von Beginn an prägen.
An fünf ausgewählten Projekten wurde dieser Prozess vertieft nachvollziehbar gemacht. Nicht das fertige Objekt steht im Vordergrund, sondern der Weg dorthin – das Entwickeln, Verwerfen und Schärfen von Ideen. Skizzen, Modelle und Materialstudien zeigen, wie Architektur in einem fortlaufenden Dialog zwischen Konzept und Umsetzung entsteht.
Als verbindendes Motiv zog sich das Thema der Schönheit durch den gesamten Vortrag. Dabei wird sie nicht als oberflächliche Qualität verstanden, sondern als Ergebnis einer präzisen gestalterischen Haltung – einer Aufmerksamkeit für Proportion, Atmosphäre und handwerkliche Ausführung. Schönheit zeigt sich dort, wo alle Elemente in eine selbstverständliche Balance treten.
Mit ihrer Lecture positioniert sich Anna Philipp an der Schnittstelle von Praxis und architektonischer Reflexion. Ihr Ansatz verbindet entwurfliches Arbeiten mit einer differenzierten Auseinandersetzung über Wahrnehmung und Wirkung von Architektur – ein Beitrag, der insbesondere im akademischen Kontext auf großes Interesse stieß.
Der anschließende Austausch mit Studierenden und Lehrenden knüpfte unmittelbar an diese Fragestellungen an und eröffnete eine weiterführende Diskussion über die Rolle von Architektur im zeitgenössischen Kontext.
Wir danken Prof. Harald Roser und der HFT Stuttgart für die Einladung und den offenen, inspirierenden Dialog.



