Zwischen Wasser und Kristall

Im auslaufenden parkähnlichen Garten einer alten Villa oberhalb des Starnberger Sees ist mit dem Entwurf der Villa von Osee ein moderner und dennoch harmonischer Kontrapunkt gelungen. Ein maßgeschneidertes Zuhause für eine Familie mit zwei erwachsenen Söhnen und nicht zu vergessen ihrem Hund.

Auf dem eher schmalen und länglichen Hanggrundstück gestaltete die Architektin Anna Philipp durch ein Gebäude in der Form von zwei gegeneinander gesetzten L-Winkeln zwei attraktive aber funktional ganz unterschiedliche Außenräume.

Zum einen entsteht ein Eingangshof, der mit seinen auf Schattenfuge gesetzten Holzlamellen Schutz vor Einblicken gewährt und zugleich über die warmen Holzoberflächen allen Besuchern einen freundlichen Empfang bereitet.
Der wassergebundene Eingangshof mit seinem zentralen Hausbaum bildet über seine Materialität einen schönen Übergang zum Park der herrschaftlichen Villa, die von dort aus das Blickfeld vollendet.

Zum anderen bildet sich nach Süden in Richtung des Starnberger Sees und dem sich am Horizont abzeichnenden Bergpanorama der bayrischen Alpen hin ein sonniger Gartenraum. Dieser wird durch eine markante von Nord nach Süd verlaufende Wand begrenzt und geschützt. Eine klare schlichte Wandscheibe, die sich im Verlauf in eine freie Stabkonstruktion auflöst.

Die Fassadenverkleidung mit den eleganten Holzlamellen läuft scheinbar durch das gläserne Eingangselement des Foyers. Durch die Fortführung der warmen Holzvertäfelung im Innern des Hauses entsteht ein fließender Übergang zwischen Innen und Außen. Schon ein erster Rundumblick stellt klar, dass die Innenarchitektur von Haus von Osee geprägt ist von wenigen ausgewählten Materialien und Farben mit denen das gesamte Gebäude auf zeitlose Art und Weise bespielt wird. Sichtbeton und Holz, schwarz und weiß bilden einen perfekten Hintergrund für das erste Highlight: Eine aus Swarovski-Kristall-Schmetterlingen von Philipp Architekten entworfene Leuchte, die wie ein moderner Lüster unter einem, im Stil der fünfziger Jahre, nierenförmigen schwarzen Deckenausschnitt hängt.

Es war ein ausdrücklicher Wunsch der Bauherren Elemente aus Swarovski-Kristallen auf eine moderne, zeitgemäße Art in die Innenarchitektur zu integrieren. Ein weiteres Beispiel dafür findet sich in der Gästetoilette. Neben den schlicht schwarz gestalteten Badmöbeln findet sich der Besucher vor einer mit Kristallen gespickten, funkelnden Wandoberfläche und der vor dem Spiegel abgependelten, aus drei robusten XL-Kristallen bestehenden Leuchte „Glaciarium Rock“ wieder. Auch auf dem Weg in den privaten Rückzugsbereich der Familie ins Obergeschoss, der über eine schlichte geradelaufende, von einer weißen und einer schwarzen Wand eingefassten Sichtbetontreppe führt, verblüfft die dreiteilige Stableuchte „Voltaire“, welche ebenfalls der Designer Fredrikson Stallard für Swarovski entworfen hat.